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Frank Mendels News

MNM NEWS | Im Gespräch | 28.06.2017

FRANK MENDEL: „Den Mut zu haben, Träume zu leben.“

Der Pianist und Songwriter erzählt im Interview, warum er erst jetzt seine erste eigene Single veröffentlicht. Eine Begegnung.


Interview: Anne Fischer
Fotos: Valéry Kloubert


Vor einigen Tagen bekam ich von einer Freundin ein Lied geschickt. Wir schicken uns öfters gegenseitig unbekannte Songs. In der Hoffnung, der Anderen könnte er gefallen. Was soll ich sagen, ich höre diesen Song seitdem in Dauerschleife. Nur Klavier, warm, gefühlvoll gesungen, halb in Deutsch, halb in einer Sprache, die ich nicht verstehe. Dieser Sound berührt mich. Er gibt mir ein gutes Gefühl. Man könnte es Berufskrankheit nennen, aber ich musste mehr darüber erfahren. Ich fing an zu recherchieren, weil mir die Musik nicht aus dem Kopf ging. Sechs Tage später stand die Verabredung zum Interview.

Aus Düsseldorf mit dem Zug gekommen, stehe ich in einem Kölner Eiscafé und warte auf Frank Mendel. Einen Pianisten und Songwriter, dessen Lied „Es tut so gut“ mich zurzeit dauerhaft begleitet. Ich bin gespannt, den Menschen kennenzulernen, der hinter der Musik steht. Wir haben uns um drei zu einer Tasse Kaffee verabredet. Weil ich eine Viertelstunde vorher da bin, setze ich mich an einen freien Ecktisch und lasse den Blick schweifen. Draußen im Sonnenschein stehen ein paar Kinder und bestellen Eis durch die geöffnete Scheibe. Zwei Tische weiter sitzt ein Pärchen ins Gespräch vertieft. Ich bestelle einen Cappuccino, hole mein Diktiergerät raus und meinen Schreibblock mit Stift. Die Kaffeemaschine zischt.

Frank Mendel kommt zur Tür herein. Bleibt stehen und schaut sich um. Er trägt beige Wildlederschuhe, sandfarbene Hose und helles Hemd. Als er mich sieht, lächelt er und kommt auf mich zu: „Wir beide sind verabredet, nicht wahr?“ Jetzt lächle auch ich. Er setzt sich mir gegenüber. Er spricht ruhig und entspannt. Sein lässiges Outfit passt gut zu seiner lockeren, gut gelaunten Art.

Der Kellner kommt an unseren Tisch und bringt meinen Cappuccino. Frank Mendel bestellt einen doppelten Espresso.

Wie entstehen deine Songs?

Ich sitze nachts am Klavier. Versuche mich dabei zu entspannen und den Tag Revue passieren zu lassen. So verarbeite ich meine Gefühle, Glück und Freude, Enttäuschung und Schmerz, Zuversicht und Liebe. Andere Menschen schreiben Tagebücher. Ich schreibe seit vielen Jahren meine Tagebuch-Songs.

Du lebtest lange in Köln und bist zurzeit viel in Mannheim. Trotzdem scheint Reisen einen großen Bestandteil deiner Persönlichkeit auszumachen.

Ja, das stimmt. Schon als Kind habe ich an vielen Orten gelebt, mein Vater war im diplomatischen Dienst und so gehörte Reisen immer zum Alltag. Verschiedene Länder, Städte, Sprachen und die Lust neue Menschen und neue Dinge zu entdecken ist für mich auch heute immer noch ein Motor, der mich antreibt.

Wenn Du 55 Jahre lang gereist bist, hat Frank Mendel überhaupt eine Heimat?

Räumlich gebunden fühle ich mich nicht. Meine Heimat ist meine Musik, meine Seelenheimat. Da, wo nette Menschen sind und ein Klavier, auf dem ich spielen kann, da fühle ich mich zu Hause.

Du hast für andere geschrieben, aber deine eigenen Tagebuch-Songs bisher nie veröffentlicht. Was bewegt dich, dieses jetzt zu tun?

Mit meinen Tagebuch-Songs ein eigenes Album herauszubringen war schon lange mein Traum. Vielleicht war ich in der Vergangenheit nicht mutig genug dafür. Meine Songs sind autobiografisch, sie beschreiben private Gefühle. Manchmal muss man wohl erst 55 werden, um den Mut zu haben, Träume zu leben.   (Seine braunen Augen blitzen, gefolgt von einem fröhlichen Lachen.)

Also hast du schon früher mit dem Gedanken gespielt, deine Tagebuch-Songs zu veröffentlichen?

Ja, aber jetzt wage ich den Schritt. Jetzt ist die richtige Zeit. Meine erste Single „Es tut so gut“ ist am 21. Juni erschienen und weitere Songs folgen. Zehn-fünfzehn Songs werde ich jetzt erst einmal aufnehmen. Ganz einfach dort, wo sie entstehen. Am Klavier. Live ohne Schnickschnack. Als Bio-Version. Naturbelassen.  (lacht)   Ein paar der Aufnahmen werde ich online stellen. Die Songs können sich alle anhören, downloaden, auf meiner Website, auch bei Amazon, iTunes und so. Ich bin sehr gespannt, wem welche Songs gefallen und freue mich über jede Rückmeldung von Menschen, die meine Musik hören.

Ist es in Planung Frank Mendel in 2017 live hören zu können?

Ja, auf jeden Fall. Ende der 80er habe ich zusammen mit einem Saxophonisten ein paar hundert Auftritte in kleinen Clubs gespielt. Über mehrere Jahre. In ganz Deutschland. Für mich ist Livespielen immer etwas ganz Besonderes: Dieses Gefühl, den Menschen in die Augen zu sehen und direkt zu spüren, was sie empfinden.

 




Frank Mendel | Kurzinfos:





 

2 Kommentare
  • Monika Martin on Samstag, der 5. August 2017

    Ich würde mich frreuen, von Dir mal eine CD zu erhalten. Wäre das möglich. Ich sitze im Rollstuhl und komme in kein Musikgeschäft. Lieben Dank Monika MArtin

    • Frank Mendel on Samstag, der 5. August 2017

      Hallo liebe Monika, vielen Dank für deine liebe Anfrage. Da es relativ viele Fragen nach einer CD gibt, werde ich versuchen – im Herbst 2017 – noch vor meinem ersten Album -ein Mini Album raus zu bringen. Und sobald dieses gepresst ist, sage ich dir Bescheid. Versprochen! Lieben Gruß, Frank

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